Diesel-Nachrüstung:
Was ist das eigentlich?

In Folge des Abgasskandals und der dadurch überhöhten Stickoxidwerten bei Dieselfahrzeugen entscheiden sich immer mehr deutsche Großstädte dazu, ältere Diesel-Fahrzeuge von viel befahrenen Straßen zu verbannen. Hamburg machte bereits 2018 den Anfang und richtete die ersten Fahrverbots-Zonen ein. Aktuell gibt es in Berlin, Hamburg, Darmstadt und Stuttgart Streckenabschnitte, auf denen Diesel-Fahrzeuge der Abgasnorm Euro 1 bis 5 nicht mehr fahren dürfen. Ziel der Maßnahme ist es, langfristig die Stickoxid (NOx)-Werte und damit das gesundheitliche Risiko in den besagten Städten zu senken. Für Diesel-Besitzer ein Problem, da in der Regel Hauptverkehrsadern von den Fahrverboten betroffen sind und somit das eigene Fahrzeuge nur noch eingeschränkt genutzt werden kann.

Eine Möglichkeit für deutsche Diesel-Kunden, um den entstandenen Schaden etwas abzudämpfen, sind sogenannte Diesel-Nachrüstungen. Im Juli 2019 erteilte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) die ersten Genehmigungen für Hardware-Nachrüstungen. Aktuell können Euro 5-Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Skoda, Seat, Mercedes-Benz, BMW und Volvo so nachgerüstet werden, dass der geforderte Stickoxid-Grenzwert innerhalb der Fahrverbotszonen eingehalten werden kann.

In weiteren deutschen Großstädte, darunter Dortmund und Frankfurt, wurde die Einführung von Fahrverboten bereits für die nächsten Monate und Jahre angekündigt. Die Hardware-Nachrüstung bietet Besitzern von Euro 5-Dieseln die Möglichkeit, die Fahrverbot zu umgehen und die Autos weiterhin vollumfänglich zu nutzen. Auch der Wertverlust des Fahrzeugs , der mit den Enthüllungen des Dieselskandals einherging, kann durch die Nachrüstung der Abgasreinigung aufgehalten gemindert werden.

Diese Bedingungen erfüllen die Nachrüst-Systeme

Damit Diesel-Besitzer auch tatsächlich innerhalb von Fahrverbots-Zone fahren dürfen, muss das Nachrüst-System

  • den Stickoxidausstoß des Fahrzeugs auf mindestens 270 mg NOx/km senken,
  • bis zu einer Temperatur von -7 Grad Celsius funktionieren,
  • mindestens fünf Jahre oder 100.000 gefahrene Kilometer durchhalten.

Die Nachrüstungen von Dr. Pley und Baumot erfüllen alle Kriterien um mit Ihrem Diesel in die Fahrverbots-Zone fahren zu dürfen.

Was genau wird an den Diesel-Fahrzeugen nachgerüstet?

Fahrzeuge mit Euro 5-Zertifizierung sind innerhalb der Fahrverbotszonen erlaubt, sobald diese eine Stickoxid-Emission von 270 mg NOx pro Kilometer nicht überschreiten. Ein Fahrzeug der Abgasnorm Euro 5 stößt ohne Diesel-Nachrüstung pro Kilometer durchschnittlich 528 mg NOx aus.

Um den Stickoxid-Ausstoß entsprechend zu senken, wird ein sogenanntes SCR (Selective Catalyst Reduction)-System verbaut. Dieses System wird der Abgasreinigung hinzugefügt und reduziert die Menge an Stickoxiden innerhalb des Verbrennungsprozesses. Durch die gezielte Verwendung von AdBlue, ein Harnstoff, der in der Abgasnachbehandlung aller Euro 6-Diesel verwendet wird, kann die Abgabe von gesundheitsgefährdendem NOx an die Luft entsprechend gesenkt werden.

Bei der Diesel-Nachrüstung werden ein Steuergerät, der SCR-Katalysator, ein Hydrolyse-Gerät, ein AdBlue-Tank und diverse Sensoren verbaut.

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Von wem werden die Diesel-Nachrüstungen angeboten und durchgeführt?

Zwischen Juli und Oktober 2019 erteilte das KBA an zwei Hersteller von Nachrüst-Lösungen eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE). Die Marken Mercedes, BMW und Volvo können von Dr. Martin Pley und seiner Dr. Pley SCR Technology GmbH nachgerüstet werden. Die Genehmigung, Diesel-Nachrüstungen an Modellen des VW-Konzerns - also VW, Audi, Skoda und Seat - durchzuführen, erhielten die Spezialisten von Twintec Baumot.

Die Dr. Pley SCR Technology GmbH gibt an, den NOx-Ausstoß durch die Hardware-Nachrüstung um bis zu 80 Prozent reduzieren zu können. Twintec Baumot verspricht seinen Kunden sogar NOx-Reduktionsraten von bis zu 95 Prozent.

Der tatsächliche Einbau der einzelnen Elemente sollte bei einer Kraftfahrzeugwerkstatt durchgeführt werden, die dazu befähigt ist, Abgasuntersuchungen durchzuführen. Diese können Diesel-Besitzern gleich vor Ort die notwendige Abnahmebescheinigung zur Vorlage bei der Zulassungsbehörde aushändigen. Die Nachrüstung kann auch bei jeder anderen Kfz-Werkstatt in Auftrag gegeben werden, jedoch ist es dann von Nöten, dass ein amtlich anerkannter Sachverständiger, ein Prüfer für den Kraftfahrzeugverkehr oder ein Kraftfahrzeugsachverständiger bestellt wird, um die finale Abnahme zu übernehmen.

Unterschied Software- und Hardware-Nachrüstung

Viele Besitzer manipulierter Diesel haben in den letzten Wochen und Monaten Post vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) oder dem Hersteller ihres Fahrzeugs direkt erhalten. Darin wurden sie aufgefordert, eine Werkstatt aufzusuchen, um ein Software-Update durchführen zu lassen.

Ein Update oder die “Nachrüstung” der Software bewirkt, dass die Abschalteinrichtung, die zuvor die Abgaswerte illegalerweise manipuliert hatte, aus der Motorsteuerungssoftware herausgelöscht wird. Es erfolgt damit lediglich eine Aktualisierung der Software, was den Ablauf verschiedener Prozesse innerhalb der Abgasreinigung beeinflusst und Berichten zufolge auch zu Problemen mit dem Fahrzeug führen kann. Dem Fahrzeug werden jedoch keine materiellen Komponenten hinzugefügt.

Bei einer Hardware-Nachrüstung dagegen werden der Abgasreinigung tatsächlich Komponenten hinzugefügt, sodass diese eine neue Funktionsweise erhält.

Welche Diesel-Modelle können bereits nachgerüstet werden?

Zwischen Juli und Oktober 2019 erhielten die SCR-Systeme der beiden Technologieunternehmen Dr. Pley SCR Technology Gmbh und Twintec Baumot vom KBA eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE), welche die Nachrüstung von Fahrzeugen der Marken VW, Audi, SEAT, Skoda, sowie Mercedes-Benz, Volvo und BMW ermöglicht.

Über 50 Fahrzeugmodelle des Daimler-Konzerns können mithilfe der SCR-Systeme auf Euro 6-Standards aufgerüstet werden. Die Nachrüstung ist aktuell nur für Fahrzeuge verfügbar, die über einen Motor des Typs OM 651 mit 1,8- oder 2,2-Liter Hubraum verfügen.

Die Systeme vom Twintec Baumot wurden zudem für etwa 60 Fahrzeugmodelle des VW-Konzerns freigegeben. Eine Nachrüstung ist für Fahrzeuge möglich, die einen 1,6- oder 2,0-Liter-Motor des Typs EA 189 oder EA288 verbaut haben.

Die ABE für die Systeme der Dr. Pley GmbH ermöglichen zudem die Nachrüstung einzelner Modelle der Marke Volvo - mit 2,0- und 2,4-Liter-Dieselmotor- und BMW - mit 2-Liter-Dieselmotor.

Marke Modelle
Mercedes-Benz C 220/250 CDI, E 220/250 CDI und GLK 220/250 CDI (vollständige Liste)
BMW 320d / 520d / X1 18d / X1 20d / X3 20d (vollständige Liste)
Volvo XC60 / V60 / S60/ XC70 / V70 (vollständige Liste)
VW Polo, Caddy, Golf, Touran, Jetta, Beetle, Passat, Sharan, Tiguan, T5, Amarok
Audi A1, A3, A4
Skoda Fabia, Roomster, Rapid, Octavia, Superb, Yeti
Seat Altea, Ibiza, Leon, Toledo, Exeo

Auch einige Fahrzeuge der Nutzfahrzeugsparte des Daimler- und VW-Konzerns erhielten mittlerweile eine ABE. Dieser Zuschlag ging an den Filterspezialisten HJS. Vorerst können nur folgende Modelle nachgerüstet werden: 2,0- und 2,2-Liter-Diesel (Euro 5) der Modelle Mercedes-Benz Sprinter (70-120 kW), VW Transporter T5 (62-103 kW) und VW Crafter (80-120 kW). Jedoch sind hier noch kaum Details bekannt - auch Preise wurden noch nicht veröffentlicht.

Wie hoch sind die Kosten für eine Hardware-Nachrüstung und wer trägt diese?

Die Kosten für die Hardware-Nachrüstung eines Diesel-Fahrzeugs liegen bei 3.000 bis 3.600 Euro. Die exakte Höhe der Kosten hängt davon ab, welches Modell genau nachgerüstet werden soll.

Es sollte selbstverständlich sein, dass der jeweilige Fahrzeughersteller für die Nachrüstung finanziell aufkommt. Denn erst durch die systematischen Manipulationen der Abgassysteme der Autobranche sind Diesel-Kunden in die missliche Lage geraten, ihre Fahrzeuge nachrüsten zu lassen.

Dem ist nicht so. Deshalb treten wir als Aktionsbündnis aus Hardware-Nachrüstern und Verbraucherkanzlei an um Ihnen die Nachrüstung auf Rechnung der Hersteller zu ermöglichen. Wir informieren Sie darüber welche Möglichkeiten Sie genau haben und wie die Nachrüstung Ihres Diesels ablaufen kann:

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Kostenerstattung durch die Hersteller?

Vereinzelte Fahrzeughersteller, darunter VW und Mercedes haben bereits mitgeteilt, ihren Kunden bei der Finanzierung der Diesel-Nachrüstung mit einer Zuzahlung von bis zu 3.000 Euro unter die Arme greifen zu wollen. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, denn um eine Zuzahlung zu erhalten, müssen verschiedene Bedingungen erfüllt sein. So werden nur Privatkunden, die aus besonders stickoxidbelasteten “Schwerpunktregionen” kommen, finanziell unterstützt. Die Wahrscheinlichkeit, dass VW oder Mercedes tatsächlich einen Großteil der Nachrüstungen bezahlen, ist also gering. Zudem verzichten Kunden, die die Finanzspritze der Autohersteller annehmen, auf jegliche Schadensersatzansprüche, die aus dem Dieselskandal resultieren.

Wie wirkt sich eine Hardware-Nachrüstung auf die Garantie meines Fahrzeugs aus?

Viele Diesel-Besitzer stellen sich die Frage, wer ihnen die Funktionalität der nachgerüsteten Abgasreinigung und die daraus resultierende Erlaubnis, Fahrverbots-Zonen zu befahren, garantiert. Zu Recht, denn hierzu liegen noch sehr wenige Informationen vor.

Der Hersteller des jeweiligen Nachrüstsystems, also Dr. Pley, Twintec Baumot oder HJS, muss gewährleisten, dass die nachgerüsteten Elemente über eine Kilometerleistung von 100.000 km oder einer Lebensdauer von bis zu fünf Jahren (je nachdem, was zuerst erreicht wird) funktionsfähig bleiben. Auch eine noch laufende Garantie des Fahrzeugherstellers bleibt weiterhin erhalten, solange ein Schaden nicht durch den Einbau oder Betrieb einer Hardware-Nachrüstung verursacht wurde.

Wie stehen die Hersteller zu den Nachrüstungen an ihren Diesel-Fahrzeugen?

Die Automobilhersteller, die sich zu diesem Thema bereits geäußert haben, lehnen die Hardware-Nachrüstungen ab. Der Grund dafür ist leider ausschließlich ökonomisch, denn mit dem Verkauf eines Neuwagens verdienen die Hersteller direkt wieder Geld. Der umweltfreundliche Erhalt eines älteren Modells, das mithilfe einer Diesel-Nachrüstung trotz Fahrverboten weiterhin uneingeschränkt genutzt werden kann, ist für VW & Co. wenig profitabel.

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